Kunst

Gemälde im Mausoleum (Foto: (c)kadro.de)

 

Entsprechend dem Vereinszweck wird in der Ev.-Luth. Stadtkirche St. Martini und insbesondere in dem sich anschließenden Mausoleum des Fürsten Ernst von Holstein-Schaumburg dem interessierten Besucher ganzjährig herausragende Renaissancekunst zur Besichtigung empfohlen.

Geschultes Personal steht zu Führungen bereit, fremdsprachige Textbegleitungen (Englisch, Französich, Spanisch und Niederländisch) sind vorhanden. Auf Wunsch kann auch auf Englisch geführt werden.

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Das Stadthäger Lüsterweibchen von 1544

„Dies ist Maria…“ („Haec Maria est…“) beginnt ein Epilog auf die verstorbene Regentin Maria von Pommern, Gräfin von Holstein - Schaumburg in der St. Martini - Kirche in Stadthagen.

Mit dem Erwerb des Lüsterweibchens  2014 aus dem deutschen Kunsthandel hat der Verein „Renaissance Stadthagen“ das älteste Kunstwerk aus der Zeit der Renaissance in Stadthagen an seinen Bestimmungsort zurückbringen können.

Das Lüster - oder Leuchterweibchen, auch Geweihleuchter genannt, war ein Hochzeitsgeschenk an die jungen Brautleute Graf Otto IV. und Maria von Pommern. Geweihleuchter stellen eine wertvolle Kombination aus Geweih und einem Schnitzwerk dar. In der Renaissance war die Objektgruppe dieser Leuchter ein sehr begehrtes und teures Kunstobjekt. Wie Bildvergleiche nahelegen, erkennen wir an der Figur des Stadthäger Geweihleuchters, der heute im Trauzimmer des Alten Rathauses seinen Platz gefunden hat, das Gesicht der jungen Gräfin. Mit der Rückkehr dieses bedeutsamen Kunstgegenstandes nach Stadthagen eröffnet sich nun eine Bühne, die uns Maria als Regentin zeigt, welche auf Bildern, Wappen und Epitaphien in Stadthagen deutliche Spuren hinterlassen hat. Die Herzogtochter aus Stettin schenkte dem Regenten Otto vier Söhne. Zwei ihrer Söhne wurden Bischöfe in Minden. Sohn Adolf XIV. war von 1582 - 1601 erfolgreicher Regent in Schaumburg. Nach seinem Tod 1601 wurde sein jüngerer Stiefbruder Ernst, der spätere Fürst Ernst, sein Nachfolger.

Die vielschichtigen kunsthistorischen Aspekte der Leuchterweibchen, deren Verbreitung und Bedeutung in der Renaissance, soll durch eine geplante Publikation in Augenschein genommen werden, in der zugleich das Leben der Regentin und ihrer Familie  zentrales Thema sein wird. Hierdurch wird ein nicht so bekannter Aspekt der Stadtgeschichte sichtbar gemacht. Nach Absprache mit der Stadt Stadthagen ist vorgesehen, das Trauzimmer 2015 für einzelne Führungen zu öffnen, um das Lüsterweibchen vorzustellen.
Termine zu diesen Führungen werden noch bekannt gegeben.